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Rund 160 Gräber sind auf dem Friedhof von Klucken erhalten!

Um 1860 erhielt Schmolsiner Klucken seinen eigenen Kirchhof. Bis dahin wurden die Toten in Schmolsin beerdigt. Bei Regenwetter waren die Wege Sumpflöcher, so dass es per Boot über den Lebasee und die Mündung der Wittock hinauf, dann weiter per Wagen über Brenkenhofstal und Holzkathen nach Schmolsin ging. Das waren an Stelle von neun, dann über 16 Kilometer. Und so dauerte die Beerdigung einen ganzen Tag. Ein Heimatforscher bemerkt dazu: „Dass die Leidtragenden sich manchmal schon unterwegs und auch in Schmolsin an wärmenden Getränken stärkten oder mit ihnen die Trauer zu ertränken suchten, lässt sich verstehen.“
Die Verstorbenen aus Selesener Klucken wurden auch die nächsten rund 40 Jahre weiterhin in Selesen beigesetzt, bis die Selesener Kluckener den Friedhof in Schmolsiner Klucken nutzen durften. Die Zemminer Kluckener fanden bis 1945 auf dem Friedhof in Glowitz ihre letzte Ruhe.
Eine erste Bestandsaufnahme der vorhandenen und namentlich noch zuordbaren Grabanlagen erfolgte bei einer umfassenden Begehung 1992 bzw. einer weiteren, kürzeren 2002 durch den Autor. 160 Grabmale konnten dabei namentlich bestimmt werden. (Die gesammelten Daten finden sich in der unten stehenden Tabelle. Nicht alles wurde in die Internet-Version übernommen: Angaben u. a. zur sozialen Stellung, den Geburtsnamen und Wohnorten der Toten sowie zur Lage der Gräber untereinander können beim Autor erfragt werden.)
2007 wurde nochmals eine gründliche Erfassung der Grabmale durch den Autor vorgenommen. Manch gußeisernes Kreuz war in den zurückliegenden Jahren umgefallen und verschwunden, Inschriften verrosteten, hölzerne Kreuze vermoderten zur Unkenntlichkeit, Einlagen mit den Namen der Toten waren aus den Kreuzen herausgefallen und nicht mehr auffindbar. Hinzu kamen "neue" Grabmale: Ein Mal für drei Kinder der Familie Musch - aus Holzkathen (s. unten) - und ein um 2003 errichtetes Kreuz auf dem Grab von Hermann "Musch´n Hermann" Klück und seiner Ehefrau Johanna Kirk. Zudem konnte der Autor einige Lebensdaten in der Tabelle vervollständigen und einen Lesefehler von 1992 beheben. Nicht Adolf, sondern Rudolf Klück - Vater von Helmut "Koluschen Helmut" und Gerhard "Koluschen Gerhard" Klück - liegt auf dem Gottesacker von Klucken zur letzten Ruhe. Alles in allem konnten 2007 nur noch 136 Gräber namentlich zugeordnet werden.


Eine Tafel am Eingang zum Friedhof verkündet mit folgender, neben polnischer und englischer auch deutscher Inschrift:


„Der Friedhof in Kluki wurde wahrscheinlich im 18. Jahrhundert angelegt. Er umfasst eine Fläche von 2730 Quadratmeter und ist der Ruheplatz der Einwohner des Dorfes Smoldzinski Kluki. Die Einwohner von Kluki Zeleski und Cieminski wurden in Zelaso und Glowczyce beerdigt. Das älteste erhaltene Grabmal stammt aus dem Jahre 1877, die letzte Bestattung von 1987. Seit 1975 ist der Friedhof geschlossen und wurde 1987 ins Verzeichnis der Denkmäler eingetragen. Nach 1975 fanden zwei Bestattungen statt – von Anna Kötsch und Herman Kecz – Personen, die aus dem Dorf Kluki stammen.
Im mittleren Teil des Friedhofs befindet sich ein steinerner Obelisk, der den im 1. Weltkrieg gefallenen Einwohnern des Dorfes gewidmet ist. Die gusseisernen Grabmäler enthalten außer den Namen der alten slowinzischen Familien aus dem Dorf Kluki – Klick, Kirk, Pollex, Ruch – oft Informationen über die Eigentums-, Berufs- und gesellschaftliche Situation des einzelnen Bewohner.
Unter den Grabmälern, die es lohnt anzusehen, befindet sich der Ruheplatz von Ruth Kötsch, einer bekannten Slowinzin, die sich nach 1945 vollständig einschaltete in die Wiederbelebung des Slawismus unter den Ortsbewohnern. Sie war in den Jahren 1950-53 Gemeindevorsteher des Dorfes und ab 1963 erster Mitarbeiter des Freilichtmuseums. Ihr Grabmal wurde gespendet von dem Kulturkreis im Kreis Slupsk. Am 29. 4. 1992 wurde der Friedhof dem Vorstand des Freilichtmuseums übergeben und bildet seinen Bestandteil.“

Und hier die 160 erhaltenen Gräber mit den Namen und Lebensdaten der Verstorbenen...



Erhalten ist auf dem Friedhof von Klucken auch das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges mit folgender Inschrift:

„Im Weltkriege 1914-18 starben den Heldentod für das Vaterland aus den Gemeinden Klucken und Sel. Klucken“

Otto Ruch                   Emil Klick
Ewald Barnow            August Pollex
Hermann Barnow       Otto Klück
Otto Eick                     August Kirk
Paul Stricker               Hermann Jost
Paul Reimann             Emil Klick
Ernst Rutz                   Franz Bonke
Karl Manthey               Karl Czirr

Leider sind die originalen Inschriften auf dem Gedenkstein heute nur noch schwer zu lesen bzw. wurden nur die Namen der Kriegsteilnehmer farblich nachgezogen. Die  "verschwundenen" weiteren Inschriften zu den einzelnen Gefallenen von Klucken, ihren Diensträngen und Todestagen finden Sie auf:
http://slupsk.machura.slupsk.pl/page20.html

Erhalten ist auch nicht mehr die Leichenhalle auf dem Friedhof - hier in einer Aufnahme von 1968.

Ein kleiner Schwenk mit der Minikamera 2004 über den Friedhof von Klucken...

1974 - fast auch die letzten Kluckener waren gerade in die Bundesrepublik ausgereist und ihr nun verwaist daliegende Friedhof wurde unter Denkmalschutz gestellt - wurden 196 Grabmale mit ihren Inschriften gezählt. Dabei entstand auch dieser Lageplan der Anlage.

Allerdings, dem polnischen Museumsmitarbeiter unterliefen dabei einige Fehler: mehrere Gräber erfaßte er nicht, bei anderen schlichen sich bei der Aufzeichnung der Namen und Lebensdaten der Verstorbenen Fehler ein. Anbei seine Liste der verstorbenen Kluckener.

Noch mehr zum Friedhof von Klucken finden Sie auf:
http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/kluki.html
http://www.bagnowka.com/?m=cm&g=show&idg=3009



Deutsche Friedhöfe rund um Klucken

Giesebitz:
Der alte deutsche Friedhof mitten im Wald, an der Zufahrtsstraße nach Giesebitz gelegen, wird heute von der polnischen Bevölkerung genutzt. Erhalten haben sich von der alten Anlage das wieder in Ordnung versetzte Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Unter anderem ist auch noch ein Gedenkstein für den 1915 gefallenen Albert Piotter zu finden.

Mehr zum Friedhof von Giesebitz finden Sie auch auf:
http://www.inne.machura.slupsk.pl/page35.html
http://www.inne.machura.slupsk.pl/page13.html

Glowitz:
Wenn auch seiner ursprünglichen Funktion beraubt, so mahnt der Sockel des Denkmals vor der Kirche von Glowitz doch auch weiterhin. Vom alten deutschen Friedhof haben nur wenige Gedenksteine überdauert: so der von Karl Eick, der von Lydia Kahn und der von Auguste Malaschewski. Ein Gedenkstein - errichtet hinter zwei noch zu entziffernden Grabplatten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts - mahnt an alle Toten des Kirchspiels Glowitz.
Und so sieht der Friedhof heute aus...

Mehr zum Gottesacker von Glowitz finden Sie auch auf: http://slupsk.machura.slupsk.pl/page8.html

Groß Garde:
Durch den Autor erfolgte im Mai 2008 eine Bestandsaufnahme der noch vorhandenen Grabstätten von (vermutlich) deutschen Bewohnern in Groß Garde.
Keine Gräber sind mehr auf dem alten Friedhof rund um die Kirche vorhanden. Das Gelände ist heute zumeist eine Parkfläche. Der neue Friedhof am Ortsausgang in Richtung Stohentin/Zietzen ist dafür größtenteils (wieder) belegt, mit den Verstorbenen der nun polnischen Bevölkerung. Insgesamt erfaßte der Autor mit Kamera und Stift hier 18 Grabstätten, bei denen noch mehr oder minder gut erkennbar war, wer dort seine letzte Ruhe fand.

1993 nahm Rolf-Detlef Ness seine Bestandsaufnahme auf dem Friedhof seiner Vorfahren vor.

Noch mehr zum Friedhof bzw. den Denkmalen von Groß Garde finden Sie auf: http://www.inne.machura.slupsk.pl/page18.html und http://www.inne.machura.slupsk.pl/page17.html

Holzkathen:
Nur Reste des Friedhofs sind erhalten: http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/smoldzinskilas.html 

2006 wurde dieses kleine, gußeiserne Kreuz auf dem Friedhof von Klucken aufgestellt. Ursprünglich stand es auf dem Friedhof von Holzkathen. Das Grabmal ist für drei Kinder bestimmt und enthält die Inschrift: "Hier ruhen in Gott Heinrich (22.5.1877-10.5.1879), Hermann (20.1.1879-10.8.1879), Franz Musch (24.10.1887-3.2.1895)"
Ein Blick ins Schmolsiner Kirchenbuch nennt als Eltern der drei Kinder den Eigentümer Hermann Musch aus Holzkathen und seine Ehefrau Luise, geb. Musch.

Etwas zum Friedhof von Holzkathen finden Sie auch auf:http://slupsk.machura.slupsk.pl/page39.html

Rowe:
http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/rowy.html

Schmolsin:
1992 zum "Verschrotten" freigegeben, haben nur noch sehr geringe Reste von kaum noch zu entziffernden Grabsteinen in Schmolsin überdauert. Sie finden sich hinter den polnischen Gräbern im Dickicht verborgen.
Ein Gedenkstein erinnert an die Verstorbenen dieses Kirchspiels.
Zu erwähnen ist noch das Grab der 2008 verstorbenen Else Reimann, die bis zu ihrem Ableben in ihrem Heimatdort Klucken lebte.

Weiteres zum Schmolsiner Friedhof bzw. zu den Schmolsinern Gedenkstätten finden Sie auf:
http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/smoldzino.html
http://www.inne.machura.slupsk.pl/page6.html
http://www.inne.machura.slupsk.pl/page42.html
http://slupsk.machura.slupsk.pl/page41.html

Selesen:

http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/zelazo.html

Sorchow:
http://www.wendisch-silkow.de/Impressionen/impressionen.html
http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/zoruchowo.html
http://www.inne.machura.slupsk.pl/page7.html

Vietkow:
http://slupsk.machura.slupsk.pl/page29.html
http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/witkowo.html
http://www.manfred-pollex.de/

Virchenzin:

http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/wierzchocino.html

Wendisch Silkow (Schwerinshöhe):
http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/zelkowo.html
http://www.wendisch-silkow.de/Impressionen/impressionen.html
http://www.inne.machura.slupsk.pl/page28.html
http://www.inne.machura.slupsk.pl/page8.html

Wittbeck:
http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/czysta.html

Zietzen:
http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/siecie.html


Weitere deutsche Friedhöfe im Landkreis Stolp und darüber hinaus

http://www.cmentarze_slupsk.republika.pl/
http://slupsk.machura.slupsk.pl/
http://www.bagnowka.com/